Die Legende von Mudder Schulten

Rechtzeitig zum Viertorefest, das in Neubrandenburg in diesem Jahr vom 26. bis 28. August gefeiert wird, kam mein neues Buch aus der Druckerei.

Ich denke, dass die 25 Geschichten mit Geschichte vor allem den Neubrandenburgern und den Freunden von Mecklenburg-Strelitz das eine oder andere Lesevergnügen bereiten werden.

Die Neubrandenburger finden u.a. ganz aktuelle Geschichten zum Ratshaus(um)bau oder zu den Ausgrabungen des Markgrafenhofes.

Und ist nicht die Titelgeschichte ein Diskussonsbeitrag zur Zukunft des Mudder-Schulten- Brunnens?  - Bestellungen über Meckpress-Shop möglich.

 

 

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Barfuß ins Bett

Renate Blume und Jörg Panknin alias Oberarzt Dr. Schön und Kindergärtnerin Josi
Renate Blume und Jörg Panknin alias Oberarzt Dr. Schön und Kindergärtnerin Josi

Mehr als zwei Millionen Euro wurden 2015/16 in eine Neubrandenburger Filmkulisse investiert. Mehr als jeden vierten schießt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Städtebauförderung zu. Die integrative Kita „Blümchen am Wall“ wird umfassend saniert. Das zweigeschossige Hauptgebäude erhält eine Frischzellenkur und wird um einen ebenfalls zweigeschossigen Verbindungsbau ergänzt, während ein eingeschossiger Anbau abgerissen und durch einen eingeschossigen Neubau für Krippenkinder ersetzt wird. Der Neubau der Kita, der auch eine Küche enthält, soll eine Dachterrasse erhalten.

 

„Blümchen am Wall“ wird nach Abschluss der Bauarbeiten mit Sicherheit anders aussehen, als vor deren Beginn. Trotzdem wird das Bild der alten Kita nicht aus dem Gedächtnis der Neubrandenburger verschwinden. Sie können es sich immer anschauen. Auf vier DVD ist eine 14-teilige Serie des DDR-Fernsehens festgehalten, die ab 24. Juni 1988 in zwei Staffeln bis 1990 ausgestrahlt wurde, jeweils freitags ab 20 Uhr. Zahlreiche Aufnahmen für die Serie, in der Fernsehstar Gerit Kling ihre Schauspielkariere startete, entstanden in der Badstüberstraße.

 

Im Mittelpunkt der Serie steht Oberarzt Dr. Hans Schön (Jörg Panknin), der nach dem Tod seiner Ehefrau allein lebt. Zu seinem Haushalt gehören neben seiner Mutter (Oma Martha), gespielt von Gudrun Orkas, zwei Söhne. Der jüngere erkrankt an Röteln und steckt seine schwangere Kindergärtnerin (Renate Blume) an. So lernen sich Dr. Schön und Josi kennen. Noch in der ersten Folge heirateten die beiden und es entstehen – seriengemäß – weitere Probleme.

 

Die Hauptrollen spielen zwar in Berlin gecastete Kinder, aber die Mädchen und Jungen aus dem innerstädtischen Kindergarten wurden, wie der Hausmeister der Einrichtung, Kleindarsteller. Heute zwischen 30 und 33 Jahre alt, dürften sich die Kleinen von damals als Große sicher über die bewegten Bilder aus ihrer Kindheit freuen. Ebenso wie die Kinder und Jugendlichen, die für 15 DDR-Mark pro Tag als Statisten zum Beispiel am Strand von Broda mit von der Partie waren (Folge 6) oder einige Eltern, die in der Serie plötzlich Erzieher im Kindergarten ihres Nachwuchses wurden. Nicht anders dürfte es den Patienten gehen, die im damaligen Bezirkskrankenhaus am Rande der (Ost-)Stadt, dem heutigen Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, durch Zufall eine Rolle spielten.

 

Ein Stück Firmengeschichte ist die Serie auch für die Müritzfischer. 2015 war es 15 Jahre her, dass sie die Neubrandenburger Tollensefischer übernahmen. Deren Domizil bei den Bootsschuppen am Oberbach ist ebenso in der Serie festgehalten.

 

Dem Kindergarten brachte der Fernsehdreh 1000 Mark ein. Dafür wurden unter anderen neuen Gardinen gekauft.

 

Der Titel der Fernsehserie „Barfuß ins Bett“ soll übrigens auf eine Familientradition anspielen, gemeinsam im Bett zu liegen. Filmisch taucht das durch die Darstellung nackter Füße in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder in der Serie auf, bei deren erster Staffel Peter Wekwerth und bei deren zweiter Staffel Horst Zaseske Regie führte. Zum Schauspielensemble gehörten auch bekannte DDR-Größen wie Gerry Wolf, Ingeborg Krabbe, Myriam Stark, Karsten Speck, Klaus-Peter Thiele und Horst Schulze.

 

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Schimanskis Filmdebüt

Anne (Maria Haussler) und Kalle (Götz George) - alter Kahn und junge Leute
Anne (Maria Haussler) und Kalle (Götz George) - alter Kahn und junge Leute

Alter Kahn und junge Liebe“ ist eine Binnenschifferkomödie der DEFA aus dem Jahr 1957. Die Lastkähne „Marie“ und „Anne“ sind zusammen mit dem Schlepper „Horst“ auf dem Weg nach Waren an der Müritz. Die „Marie“ wird vom alten Schiffer Hein geführt. Mit an Bord sind seine Frau Marie und der gemeinsame Sohn Kalle (Achtung! Filmdebüt von Götz George!), der erst einmal Erfahrung sammeln soll. Da auf dem Schiff eine hohe Hypothek liegt, hat Hein seinen Kahn überladen lassen. Er hofft, mit dem Gewinn des Transports seine Hypothek schneller abzahlen und seinem Sohn einmal das Schiff einmal schuldenfrei übergeben können.

 

Auf der „Anne“ haben Bootsmann Ernst und Schiffer Hermann von Hermanns Nichte Anne Verstärkung erhalten, die in Berlin Schiffbau studiert und ihre Ferien auf dem Kahn des Onkels verbringt.

 

Der Schlepper „Horst“ wiederum befindet sich in Besitz des jungen Kapitäns Horst Richter, der zwar ehrgeizig ist, jedoch auch ein Schürzenjäger und oberflächlicher Angeber.

 

Horst und Kalle verlieben sich in Anne…

Und beim Aussehen des jugendlichen Kalle (Götz George, gerade 19 Jahre alt) ist es keine Frage, welchen Ausgang der Film nimmt.

Nach zwei Komparsenrollen im Alter von 14 Jahren bescheere die DEFA-Komödie Götz George, der mit seinem Ruhrpott-Kommissar Schimanski Kultstatus eroberte, seine erste Hauptrolle beim Film. Und das in der Mecklenburgischen Seenplatte!

Die Musik für den Film stammt übrigens vom 2015 verstorbenen Komponisten Gerd Natschinski, der den Soundtrack für 70 Filme lieferte, unter anderem für Heißer Sommer“ mit Frank Schöbel und Chris Doerk.

 

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Egon und das achte Weltwunder

Der vor gut 50 Jahren unter anderem in Schwichtenberg gedrehte Film „Egon und das achte Weltwunder“ erlebte am 27. Dezember 1964 im ersten Programm des Deutschen Fernsehfunks seine Premiere. Am 9. März 1996 wurde der Film im Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg erstmals im gesamtdeutschen Fernsehen gezeigt. 2011 kam er im Rahmen der Icestorm-Reihe „DDR TV-Archiv“ als DVD heraus.

Der in schwarz-weiß entstandene Liebesfilm beruht auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Joachim Wohlgemuth (1932–1996), der seit 1959 als freier Schriftsteller in Neustrelitz und damit in räumlicher Nähe vom Romanschauplatz, der Großen Friedländer Wiese, lebte. Zeitweise arbeitete der Autor selbst im Rahmen des Jugendobjektes. 1962 erhielt er für seinen „Egon“ den Kunstpreis der FDJ und den Fritz-Reuter-Preis des Bezirkes Neubrandenburg.

Bei der Aufarbeitung der Geschichte des Literaturzentrums Neubrandenburg, wo sich Wohlgemuths Nachlass befindet, ergab sich, dass der beliebte Schriftsteller mit der Stasi kooperiert hatte. Nach einer Studie der Berliner Germanistin Christiane Baumann leistete er für das MfS als Inoffizieller Mitarbeiter „Paul“ bzw. „Paul Fiedler“ Spitzeldienste.

 

Zur Handlung des Films: Egon (Gunter Schoß) ist mit seinen halbstarken „Boys“ fester Teil des Borkenheider Music-Clubs. Als ihnen der Betreiber des Clubhauses dort das Proben verbietet, reagieren sich Egon und sein Freund Paul am Besucher einer Weihnachtsfeier ab. Wegen Körperverletzung werden beide zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Nach dem Gefängnis will Egon sein altes Leben hinter sich lassen. Er versucht, die Boys zu meiden und beginnt als Hilfsarbeiter auf dem Bau.

Auf einem Abiball lernt Egon Christine (Traudel Kulikowsky) kennen. Sie wird im Freundeskreis das „achte Weltwunder“ genannt, weil es ein Wunder wäre, wenn sie sich einmal verlieben würde. Für sie wandelt sich Egon zum Helden der Arbeit und beide finden nach einigen Irrungen und Wirrungen am Schluss jedoch zueinander.

 

Das FDJ-Lager in Schwichtenberg, das Kulisse für einige Szenen war, entstand 1937. Es wurde durch den damaligen Reichsarbeitsdienst errichtet, zusammen mit einem zweiten Lager in Fleethof und einem dritten Lager in Heinrichswalde. In Schwichtenberg und Fleethof waren ab 1938 insgesamt 200 „Arbeitsmänner“ untergebracht. Das benachbarte Gutshaus von Klockow beherbergte 40 bis 50 „Arbeitsmaiden“. Während die vor allem für Haus- und Feldarbeiten auf bäuerlichen Wirtschaften in Klockow und Schwichtenberg eingesetzt waren, wurden die jungen Männer zu Meliorationsarbeiten sowie zum Straßen- und Wegebau herangezogen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beherbergten die beiden RAD-Lager zeitweise Flüchtlinge.

1958 begann im Rahmen eines Zentralen Jugendobjektes der Freien Deutschen Jugend (FDJ) die Trockenlegung und Nutzbarmachung der Friedländer Große Wiese. Während der vierjährigen Arbeit waren daran 6264 Jugendliche beteiligt.

Im September 2014 wurde das Lager im Rahmen der Herbstauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG (Berlin) versteigert. Bei einem Mindestgebot von 5000 Euro für die 44 Hektar Land mit 16 teilweise unter Denkmalschutz stehenden Baracken und einem Gedenkstein erfolgte der Zuschlag bei 35.500 Euro.

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Tinkos Großvater und die Mädels vom Immenhof

Einzelne Eiche an einem Berg stehend
Die Tinko-Eiche in Groß Plasten. Wegweise zeigen im Dorf den Weg zur ihr.

„Tinko“ ist der Titel eines Jugendbuches von Erwin Strittmatter. Nachdem das Buch 1954 erschienen war, wurde es so schnell populär, dass der Autor bereits ein Jahr später den Nationalpreis der DDR erhielt und man es im Jahr darauf auf die Leinwand brachte. Thematisiert wird die Nachkriegszeit im ländlichen Brandenburg. Am Beispiel des Jungen Tinko schildert die Geschichte die Ereignisse um die Rückkehr eines „Heimkehrers“ und die gesellschaftlichen Konflikte bei der Kollektivierung der Landwirtschaft im Osten Deutschlands.

 

Tinkos Großvater Kraske (Josef Sieber) wehrt sich gegen die Kollektivierung: Mit der Bodenreform kurz nach 1945 ist er zum Bauern aufgestiegen und orientiert sich am Großbauern Kimpel (Paul R. Henkel). Wie er will er irgendwann einen großen Hof haben, den sein geliebter Enkel Tinko (Max Reichhoff) dann übernehmen kann. Tinkos Vater, der Kriegsheimkehrer Ernst (Günther Simon), hingegen, der später bei der Umsiedlerin Clary (Ewa Krasnodebwska) einzieht, ist für die Kollektivierung und so kommt es zum Bruch zwischen Vater und Sohn. Tinko, der zwischen beiden steht, entscheidet sich für seinen Großvater, da sein Vater ihm fremd ist. Erst spät, unter anderem unter dem Einfluss des Neulehrers Kern (Hans-Peter Minetti), erkennt Tinko, dass sein Vater Recht hat. Er baut zu ihm eine Beziehung auf.

Auf dem Krähenberg von Groß Plasten spielt eine der Schlüsselszenen: Tinkos Opa, der alte Bauer Kraske, erntet sein Getreide. Allerdings nicht, wie die zu einer Genossenschaft zusammengeschlossenen Bauern mit einer Maschine, sondern mit Hilfe seines Pferdes. Kraske zerrt und zieht am Zügel, hängt mit seinem ganzen Gewicht am Tier. Das ist der Beanspruchung nicht mehr gewachsen, bricht zusammen und stirbt in Krämpfen. Für Großvater Kraske ist der Tod seines Pferdes der Anfang vom Ende. Ab diesem Zeitpunkt geht es mit ihm und der individuellen Bewirtschaftung in der Landwirtschaft, für die seine Figur im Film stellvertretend steht, endgültig bergab. So umsichtig Tinkos Opa auch weiter allein auf seinem Hof arbeitet, letztlich stirbt er erschöpft vor seiner Zeit.

Neben der Familiengeschichte mit den drei Generationen, die als Analogie für Perioden der deutschen Geschichte steht, wird am Rande des Films auf das Schicksal der Heimatvertriebenen eingegangen, ohne das Thema jedoch hervorzuheben.

Der Darsteller des Großvaters Kraske, Josef Sieber, war zuvor übrigens aus UFA-Filmen sowie bundesdeutschen Heimatfilmen wie „Grün ist die Heide“, „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“ oder „Ferien auf Immenhof“ bekannt, wo er die Rolle des Stallburschen Hein Daddel verkörperte. Er gehörte zu den wenigen bundesdeutschen Schauspielern, die auch in der DDR Rollen bei der DEFA übernahmen. 1962 starb er in Hamburg.

Ins Gedächtnis der älteren Groß Plastener, von denen einige als Kinder sogar als Statisten im Film mitspielen durften, haben sich viele Episoden gegraben, so auch die, dass die Umsiedlerin Clary gar nicht Fahrrad fahren konnte, obwohl sie es im Film musste. Man setzte sie einfach auf ein Rad und ließ es einen Hügel herunterrollen.

Gecastet wurden die einheimischen Mädchen und Jungen übrigens in der Warner Traditionsgaststätte „Heidelbach“, die nach Schäden, die im Zusammenhang mit Straßenbauarbeiten auftraten – das Haus senkte sich –, abgerissen werden musste.

Der Krähenberg von Groß Plasten mit seiner einsam dort stehenden Eiche gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes, das mit einem tollen Schlosshotel punktet. Nach der Premiere des Filmes am 29. März 1957 im Berliner Kino „Babylon“ wurde aus dem Krähenberg der Tinkoberg – auf dem die Tinkoeiche steht. Alles ausgeschildert für die Gäste aus dem Hotel und deren Dorfrundgang.

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Achtung, Aufnahme!

Neuerscheinung über Filme, Drehorte und Stars in MV

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Die Seenplatte probt den Sommer

Im Mai beginnt das Ansommern

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Neubrandenburgs erster Regonalkrimi

Fritz Reuter ermittelt selbst

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Skippys Sprung in die Freiheit

Bennet-Kängurus in Mecklenburgs freier Wildbahn

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Riesen im Raps

Südamerikaner werden in Mecklenburg heimisch

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Einwanderungsland Mecklenburg-Vorpommern

Voraussetzungen für den Elchtest sind gegeben

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XXL-Geflügel

Strauße werden erst seit 1906 in Deutschland gehalten.
Strauße werden erst seit 1906 in Deutschland gehalten.

Canzow. Um 1860 begannen südafrikanische Farmer Interesse an der Straußenzucht zu zeigen. Fast fünf Jahrzehnte brauchte es, bis Carl Hagenbeck 1906 die ersten Tiere nach Deutschland brachte. Vor allem wegen ihrer Federn und ihres Leders wegen wurden die afrikanischen Laufvögel hier als Exoten gehalten. Richtiges Interesse an den Tieren setzte in Deutschland erst nach der „Entdeckung“ des Fleisches für eine gesundheitsbewusste Ernährung ein. Bis zu 15.000 Mark zahlten Pioniere der Straußenzucht Anfang der 1990er Jahre für einen der afrikanischen Laufvögel. Heute gibt es deutschlandweit zwischen 150 und 200 Straußenfarmen, die meisten in den fünf neuen Bundesländern.

2013 wurden in Deutschland rund 2000 Tiere geschlachtet. „Mit Straußenfleisch lässt sich gutes Geld verdienen. Die Haltung rechnet sich langfristig aber nur, wenn auch Federn und Eier als kunsthandwerkliche Produkte vermarktet werden“, so Harald Pfeiffer aus Canzow bei Woldegk. Der XXL-Geflügelzüchter, auf dessen Hof auch Nandus und Emus zu Hause sind, war dieses Jahr zum 9. Mal auf der Internationalen Grünen Woche. Acht Jahre hat der Züchter gebraucht, um mit seinem Betrieb in die schwarzen Zahlen zu kommen. Wesentlich schneller wäre es sicher gegangen, wenn die afrikanischen Laufvögel, die übrigens ihren kompletten Flüssigkeitsbedarf aus der Nahrung ziehen, als landwirtschaftliche Haustierrasse anerkannt würden. Da dem nicht so ist, müssen die Straußenfarmer ohne europäische Direktzahlungen und Förderungen auskommen, selbst wenn sie auf der größten deutschen Landwirtschaftsmesse einen Stand beziehen dürfen.

Der zu den Vorreitern der Straußenzucht in MV gehörende Pfeiffer, der übrigens vor fünf Jahren als Gründer des Jahres ausgezeichnet wurde, engagiert sich seit fast 10 Jahren für die Heimat seiner Tiere. Mit einem von ihm gegründeten Freundeskreis Arusha-Tazamia e.V. hat er bereits Geld für den Bau von vier Vorschulen gesammelt, die Wasserversorgung in einigen Dörfern verbessert und eine Krankenstation erbaut. Nächstes Ziel ist die Errichtung einer Grundschule.

Kontakt: straussenzucht.pfeiffer@t-online.de, www.massai-helfen.de

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Migranten bringen ihr Dorf in die Schlagzeilen

Vom Elefantenhof zum Elefantendorf

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Das kühle Blonde aus dem Norden

In den Gewölben eines aus dem 17. Jahrhunderts stammenden Seitenflügels des Wasserschlosses Mellenthin auf Usedom gibt es seit 2011 eine Brauerei.
In den Gewölben eines aus dem 17. Jahrhunderts stammenden Seitenflügels des Wasserschlosses Mellenthin auf Usedom gibt es seit 2011 eine Brauerei.

An 24 Orten Mecklenburg-Vorpommerns wird gegenwärtig Bier gebraut. Älteste Braustätte ist die Störtebeker Braumanufaktur Stralsund, die 1827 als Stralsunder Vereinsbrauerei gegründet wurde.  Um Rang zwei und drei streiten Lübz und Rostock, wo seit 1877 bzw. 1978 Wasser, Hopfen, Hefe und Malz veredelt werden. Unter den Brauern befinden sich nicht nur ein knappes Dutzend Gastronomen, die in ihren Häusern Mikrobrauereien betreiben, sondern in Wohrendorf vor den Toren Rostocks auch ein Verein. Der Kultur- und Traditionsverein Recknitztal e. V. kümmert sich seit dort seit 2004 um das kühle Blonde, das als „Recknitz Bräu“ bekannt ist.

Reizvollste Braustätte in MeckPomm dürfte das Wasserschloss Mellentin auf der Insel Usedom sein, wo die Brauerei in einem Seitenflügel aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist und Weizen, Bock, Eisbock, Rauch, Schwarz und Alt herstellt. Mellentin ist übrigens eine von vier Inselbrauereien. Die anderen drei gibt es in Ahlbeck, Stolpe und Heringsdorf.

Besondere Sorten kommen mit Honig- und diversen Fruchtbieren aus Barth, einem Weihnachtsbier aus Wismar, einem (saisonalen) Dorschbier aus Rostock (Brauhaus Trotzenburg), einem Kirschbier aus Groß Gievitz an der Müritz, einem (saisonalen) Osterbier aus Kühlungsborn.  Mit gleich drei Bio-Bieren der Störteker-Marke, einem naturtrüben Kellerbier, einem Schwarz- und einem Weizenbier, sowie fünf Bier-Mischgetränken, darunter mit heimischem Sanddorn, versuchen sich die Stralsunder eine neue Kundenschicht anzusprechen.

Die meisten Biertrinker kann die Darguner Brauerei auf sich vereinen, auch wenn das die wenigsten Konsumenten wissen. In der dänischen Tochter von Harboe braut man mit Stierbier, Schloss Pils und Edel, Adelskrone oder Grafenwalder nicht nur für den gelben Netto, sondern auch für den roten, für Norma, Penny oder Lidl.

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Wasser wird zum edlen Tropfen...

Größte Brauerei in MV wird 25 Jahre alt

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Käpt’n ohne Führerschein

Mit dem Hausboot auf der Mecklenburger Seenplatte

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Gottgefällig?!

Wegweiser nach Gottesgabe
Die Richtung stimmt.

Adamsdorf, bei Neustrelitz, ursprünglicher Name Kuhstall, 1815 durch Graf von Blumenthal zur Erinnerung an seinen gefallenen Sohn Adam umbenannt

Adamshoffnung, bei Malchow, um 1790 durch Adam von der Lücken angelegter und nach ihm benannter Wirtschaftshof auf ehemaligen Malchower Klosterland

Ave, bei Penzlin, ursprünglich slawisches Dorf das 1501 mit Penzlin und 14 anderen Gütern in den Besitz des Güstrower Domherrn Berend Moltzan kam, Ave ist eine lateinische Gruß- und Segensformel mit der Bedeutung „es lebe“.

Engelswacht, bei Stralsund, ursprünglich Cordshagen, 1570 durch Gützlav von Rotermund erworben, der dort eine Burg mit den Namens Engelswacht errichten ließ

Gottesgabe, bei Schwerin, ursprünglich Davermoor, Anfang des 17. Jahrhunderts wüst, 1614 wird auf alter Feldmark, die einst dem Schweriner Dom gehörte, Gut Gottesgabe errichtet.

Mönchbusch, zu Alt Schwerin gehörend, ursprünglich wohl ein im Kircheneigentum stehender Wald, später Meierei es Gutes

Mönkebude, bei Ueckermünde, abgeleitet von Mönchsunterkunft des  Usedom-Klosters Grobe, das ab 1243  Fischfang-, Jagd- und Holzungsrechte auf und am Haff besaß

Strohkirchen, bei Hagenow, früheres Lehn der Familie von Strohkirchen

Tempel, seit 1994 Ortsteil von Ribnitz-Damgarten, Erinnerung an ursprünglich slawische Kultstätte

Tempelberg, 107 Meter hohe Erhebung in der Granitz auf Rügen, trägt das Jagdschloss Granitz. Der Name stammt von einem vor dem Schlossbau vorhandenen Pavillon mit antiken Säulen.

Zwölf Apostel, 1929 angelegter Ausbau von Wittenburg für zwölf katholische Bauern aus Hessen

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Die Glaubensgrenze an der B191

Nur drei Kilometer trennen Rom von Lutheran

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Urlaub in (Jeru-)Salem

Ortseingangsschild von Salem
Ein Urlaubspardies am Kummerower See

Malchin/Salem. Mit den berühmten Hexen hat das Ur­laubsparadies Salem am Kummerower See nichts zu tun. Aber man kokettiert dort gern mit den Zauberwe­sen. Oberhalb des Dorfes gibt es einen Hexentanzplatz, auf dem Besucher über sagenhafte Trollsteine stolpern können, wie sie aus Schweden bekannt sind. Sollte das Dorf dort seinen Ursprung haben? Zum einen gibt es vor den Toren Stockholms auch ein Salem. Zum anderen war der Mecklenburger Fürst Heinrich Borwin III., der im Krieg gegen das Herzogtum Pom­mern das Land Kalen gewann, auf dem die Salemer einst ihre Lehmhütten errichteten, mit Sophie von Schweden verheiratet.

Die Schwedenwurzeln sind die unwahrscheinlichste Erklärung. Möglich ist eine alt­polabische Ableitung als Ort des Zalimer, die der Lehrer Paul Kühnel im 19. Jahrhundert her­zuleiten versuchte. Touristiker bemühen sich heute für den gottlosen Ort – Salem besaß nie eine Kirche – einen ver­marktungsfördernden Bezug zum Heiligen Land herzustellen. Hintergrund: Die Mönche des nahen Klosters Dargun bezogen Pacht von hier und Salem wird mehrfach in der Bibel erwähnt und als Ableitung von Jerusalem interpretiert. Mindestens 40 Orte gibt es weltweit, die Salem heißen, darunter allein 29 in den USA, einschließlich in Massachusetts wo 1692 über 200 Frauen und Männer der Hexe­rei beschuldigt und 20 hingerichtet wurden. Spätestens 1957, als sich DEFA-Koproduktion mit Frankreich in „Die Hexen von Salem“ des Themas annahm, wurden die Magierinnen auch am Kummerower See ein Thema. Erreichen kann man das Mecklenburg-Salem u.a. auf der Draisine von Dargun aus. Gleich ge­genüber deren Haltepunkt bietet ein Salem-Wegweiser die Möglichkeit für eine unter­haltsame Geografiestunde.

Im 1998 eröffneten Ferienland (u.a. Sauna, Kegelbahn, Sporthalle) lässt sich nicht nur familiär Urlauben. Schulkassen können hier paddeln, statt pauken. Die Segelbasis lädt zum Schnupper-Surfen oder zu geführten Kanutouren auf der Peene ein. Der Drei- Sterne-Hafen, der dieses Jahr noch ei­nen Caravan-Stellplatz erhalten soll, bietet sich als Ausgangspunkt für Er­kundungen des größten Niedermoorgebietes Europas bzw. des Naturparks Mecklenburgische Schweiz-Kumme­rower See an – allein 160 Vogelarten. Man kann auch beim Fischer vorbeischauen oder dessen Fänge in der „Arche Noah“ in der Nähe des Bootsverleihs genießen. Wer im behindertenfreundlichen Ferienland innere Einkehr und Besinnung auf das eigene Ich sucht, findet mit Meditationsraum und Kapelle beste Bedingungen. Das Ferienland gehört zum Kolpingwerk, das nach einem sozial engagierten katholischen Priester benannt ist. Mit Sicherheit wird an ihn in Salem in diesem Jahr besonders erin­nert, jährt sich doch im Dezember sein Todestag zum 150. Mal.

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Der Schwedenkönig aus Mecklenburg

Albrecht III. war der einzige Herzog auf einem fremden Thron

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Szenen einer Hofjagd

Barockes Kleinod in der Lewitz

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Aus dem Urwald an den und die See

Wisente an der Müritz und auf Usedom

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Bisons auf Rügens Prärie

Der wilde wilde Westen fängt gleich hinter Stralsund an

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Gastarbeiter baut Königsschloss an der Osteee

Dienstsitz des Bauherrn war Downing Street 10 London

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Der Architekt des Kaisers baute in Groß Plasten

Die kleine Schwester der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

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Am Amzonas des Nordens

Die Peene ist Der schäumende Fluss

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Royale Wurzeln

Vorfahr des Niederländischen Königs war Schmied in Vorpmmern

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