Barfuß ins Bett

Renate Blume und Jörg Panknin alias Oberarzt Dr. Schön und Kindergärtnerin Josi
Renate Blume und Jörg Panknin alias Oberarzt Dr. Schön und Kindergärtnerin Josi

Mehr als zwei Millionen Euro wurden 2015/16 in eine Neubrandenburger Filmkulisse investiert. Mehr als jeden vierten schießt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Städtebauförderung zu. Die integrative Kita „Blümchen am Wall“ wird umfassend saniert. Das zweigeschossige Hauptgebäude erhält eine Frischzellenkur und wird um einen ebenfalls zweigeschossigen Verbindungsbau ergänzt, während ein eingeschossiger Anbau abgerissen und durch einen eingeschossigen Neubau für Krippenkinder ersetzt wird. Der Neubau der Kita, der auch eine Küche enthält, soll eine Dachterrasse erhalten.

 

„Blümchen am Wall“ wird nach Abschluss der Bauarbeiten mit Sicherheit anders aussehen, als vor deren Beginn. Trotzdem wird das Bild der alten Kita nicht aus dem Gedächtnis der Neubrandenburger verschwinden. Sie können es sich immer anschauen. Auf vier DVD ist eine 14-teilige Serie des DDR-Fernsehens festgehalten, die ab 24. Juni 1988 in zwei Staffeln bis 1990 ausgestrahlt wurde, jeweils freitags ab 20 Uhr. Zahlreiche Aufnahmen für die Serie, in der Fernsehstar Gerit Kling ihre Schauspielkariere startete, entstanden in der Badstüberstraße.

 

Im Mittelpunkt der Serie steht Oberarzt Dr. Hans Schön (Jörg Panknin), der nach dem Tod seiner Ehefrau allein lebt. Zu seinem Haushalt gehören neben seiner Mutter (Oma Martha), gespielt von Gudrun Orkas, zwei Söhne. Der jüngere erkrankt an Röteln und steckt seine schwangere Kindergärtnerin (Renate Blume) an. So lernen sich Dr. Schön und Josi kennen. Noch in der ersten Folge heirateten die beiden und es entstehen – seriengemäß – weitere Probleme.

 

Die Hauptrollen spielen zwar in Berlin gecastete Kinder, aber die Mädchen und Jungen aus dem innerstädtischen Kindergarten wurden, wie der Hausmeister der Einrichtung, Kleindarsteller. Heute zwischen 30 und 33 Jahre alt, dürften sich die Kleinen von damals als Große sicher über die bewegten Bilder aus ihrer Kindheit freuen. Ebenso wie die Kinder und Jugendlichen, die für 15 DDR-Mark pro Tag als Statisten zum Beispiel am Strand von Broda mit von der Partie waren (Folge 6) oder einige Eltern, die in der Serie plötzlich Erzieher im Kindergarten ihres Nachwuchses wurden. Nicht anders dürfte es den Patienten gehen, die im damaligen Bezirkskrankenhaus am Rande der (Ost-)Stadt, dem heutigen Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, durch Zufall eine Rolle spielten.

 

Ein Stück Firmengeschichte ist die Serie auch für die Müritzfischer. 2015 war es 15 Jahre her, dass sie die Neubrandenburger Tollensefischer übernahmen. Deren Domizil bei den Bootsschuppen am Oberbach ist ebenso in der Serie festgehalten.

 

Dem Kindergarten brachte der Fernsehdreh 1000 Mark ein. Dafür wurden unter anderen neuen Gardinen gekauft.

 

Der Titel der Fernsehserie „Barfuß ins Bett“ soll übrigens auf eine Familientradition anspielen, gemeinsam im Bett zu liegen. Filmisch taucht das durch die Darstellung nackter Füße in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder in der Serie auf, bei deren erster Staffel Peter Wekwerth und bei deren zweiter Staffel Horst Zaseske Regie führte. Zum Schauspielensemble gehörten auch bekannte DDR-Größen wie Gerry Wolf, Ingeborg Krabbe, Myriam Stark, Karsten Speck, Klaus-Peter Thiele und Horst Schulze.

 

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Pornodreh im Neustrelitzer Knast

Drehort war das Gefängnis in Alt Strelitz. Foto: Cazzo Film
Drehort war das Gefängnis in Alt Strelitz. Foto: Cazzo Film

Seit 2001 werden in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in Alt Strelitz keine Gefangenen mehr untergebracht. Das 1805 im Auftrag von Herzog Carl errichtete Landarbeits-, Zucht- und Irrenhaus auf dem Gelände des 1712 abgebrannten Residenzschlosses steht seitdem leer und unter Denkmalschutz und verfällt. Mitunter aber erwacht(e) das Denkmal zu zeitweisem Leben. 2003 brachte das Neustrelitzer Theater Hans Falladas Roman „Der Trinker“ am Ort seiner Entstehung zur Aufführung. 1944 hatte ihn der Schriftsteller, der nach einem Mordversuch an seiner geschiedenen Frau für ein gerichtsmedizinisches Gutachten in die damalige Landesanstalt Strelitz eingewiesen worden war, dort innerhalb von 16 Tagen  geschrieben.

Im gleichen Jahr, als das Theater den Trinker in den Knast brachte, drehte auch Regisseur Jörg Andreas Polzer, Künstlername Jörg Andreas, Jahrgang 1966, Germanist und Theaterwissenschaftler, Absolvent der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig, im einstigen Hafthaus den Spielfilm „Gefangen“, der nach Abschluss der Postproduktion 2004 am 26. Mai 2005 seine Kinopremiere feierte.

Der Inhalt des Films ist schnell erzählt. Der Kleinkriminelle Dennis, eben noch als Betrüger unterwegs, wird ins Gefängnis eingeliefert. Sein Trakt wird beherrscht von einem skrupellosen Bandenchef, der mit korrupten Beamten und brutalen Zellennachbarn unter einer Decke steckt. Sein Alltag ist unerträglich und menschenunwürdig. Bis Dennis Mike unter den Mitgefangenen entdeckt. Er fühlt sich zu diesem Menschen hingezogen. Sie treffen sich heimlich, werden entdeckt und bestraft. Aber das Verlangen ist stärker und Dennis merkt, dass er nicht nur im Gefängnis eingesperrt, sondern auch in seiner Liebe zu Mike gefangen ist.

Nur wenige Wochen blieben Jörg Andreas, das Drehbuch zu schreiben, das nach seiner Aussage unter anderem von Dimitri Todorovs Buch „22 Jahre Knast“ beeinflusst wurde. In seiner Autobiografie erzählt Todorov von seiner Liebe hinter Gittern zu einem schwarzen Amerikaner und wie es beiden nach vielen Bestrafungen gelang, in eine gemeinsame Zelle verlegt zu werden.

Aus finanziellen und organisatorischen Gründen war der Berliner Produktionsfirma Cazzo Film, die mittlerweile zu den bekannteren schwulen Pornoproduzenten in Europa gehört,  klar, dass ein Spielfilm und ein Porno nicht getrennt hintereinander gedreht werden konnten, sondern parallel und miteinander verbunden werden mussten. Die Hauptdarsteller konnten deshalb auch nur aus dem Kreis ihrer Darsteller oder Bewerber stammen und mussten bereit sein, an expliziten Sexszenen mitzuwirken.

Die Hauptrolle des Dennis übernahm der gebürtige Demminer Marcel Schlutt, Jahrgang 1977, der bis dahin als Fotomodell und Moderator einer Fernsehsendung bei Beate Uhse TV  gearbeitet hatte und weder über schauspielerische Erfahrungen noch über Erfahrungen als Erotikdarsteller verfügte, die auch beim Darsteller des Mike nicht vorhanden waren, aber zwingend gebraucht wurden.

Ganze 16 Zwölf-Stunden-Drehtage standen dem Produktionsteam und seinen Laiendarstellern zum Dreh beider Filmprojekte zur Verfügung. Für die Location, das heißt den Knast in Alt Strelitz, musste kein Cent bezahlt werden. Hauptdarsteller Marcel Schlutt erinnert sich, dass es toll war, in den drehfreien Momenten das Gefängnis zu erkunden. „In vielen Zellen konnte man auch einiges über die Insassen erfahren. Da waren ganze Lebensläufe an den Wänden.“

„Gefangen“, FSK 16, kam bei der Kritik nicht an: „Jörg Andreas besitzt nicht das nötige Gespür für eine solch sensible, dramatische Thematik und spart an der nötigen Emotionalität und Tiefe. Obwohl der Film einen gewissen Reiz hat, hätte er gern ironischer, trashiger oder kitschiger sein können. Doch so ist ‚Gefangen – Eine Liebe hinter Gittern‘ zu offensichtlich ein beschnittener Porno.“ Darüber hinaus ist er aber für Neustrelitz auch ein als DVD erhältliches Zeitdokument, das zu archivieren lohnt, allein wegen des Blicks auf bzw. in die alte JVA und für die Unterstützung der Kachelofenfabrik, wie auch immer die ausgesehen haben mag. Auf jeden Fall war sie so wichtig, dass sich die Filmverleihfirma im Pressematerial ausdrücklich bei ihr bedankte.

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Schimanskis Filmdebüt

Anne (Maria Haussler) und Kalle (Götz George) - alter Kahn und junge Leute
Anne (Maria Haussler) und Kalle (Götz George) - alter Kahn und junge Leute

Alter Kahn und junge Liebe“ ist eine Binnenschifferkomödie der DEFA aus dem Jahr 1957. Die Lastkähne „Marie“ und „Anne“ sind zusammen mit dem Schlepper „Horst“ auf dem Weg nach Waren an der Müritz. Die „Marie“ wird vom alten Schiffer Hein geführt. Mit an Bord sind seine Frau Marie und der gemeinsame Sohn Kalle (Achtung! Filmdebüt von Götz George!), der erst einmal Erfahrung sammeln soll. Da auf dem Schiff eine hohe Hypothek liegt, hat Hein seinen Kahn überladen lassen. Er hofft, mit dem Gewinn des Transports seine Hypothek schneller abzahlen und seinem Sohn einmal das Schiff einmal schuldenfrei übergeben können.

 

Auf der „Anne“ haben Bootsmann Ernst und Schiffer Hermann von Hermanns Nichte Anne Verstärkung erhalten, die in Berlin Schiffbau studiert und ihre Ferien auf dem Kahn des Onkels verbringt.

 

Der Schlepper „Horst“ wiederum befindet sich in Besitz des jungen Kapitäns Horst Richter, der zwar ehrgeizig ist, jedoch auch ein Schürzenjäger und oberflächlicher Angeber.

 

Horst und Kalle verlieben sich in Anne…

Und beim Aussehen des jugendlichen Kalle (Götz George, gerade 19 Jahre alt) ist es keine Frage, welchen Ausgang der Film nimmt.

Nach zwei Komparsenrollen im Alter von 14 Jahren bescheere die DEFA-Komödie Götz George, der mit seinem Ruhrpott-Kommissar Schimanski Kultstatus eroberte, seine erste Hauptrolle beim Film. Und das in der Mecklenburgischen Seenplatte!

Die Musik für den Film stammt übrigens vom 2015 verstorbenen Komponisten Gerd Natschinski, der den Soundtrack für 70 Filme lieferte, unter anderem für Heißer Sommer“ mit Frank Schöbel und Chris Doerk.

 

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Egon und das achte Weltwunder

Der vor gut 50 Jahren unter anderem in Schwichtenberg gedrehte Film „Egon und das achte Weltwunder“ erlebte am 27. Dezember 1964 im ersten Programm des Deutschen Fernsehfunks seine Premiere. Am 9. März 1996 wurde der Film im Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg erstmals im gesamtdeutschen Fernsehen gezeigt. 2011 kam er im Rahmen der Icestorm-Reihe „DDR TV-Archiv“ als DVD heraus.

Der in schwarz-weiß entstandene Liebesfilm beruht auf dem gleichnamigen Jugendbuch von Joachim Wohlgemuth (1932–1996), der seit 1959 als freier Schriftsteller in Neustrelitz und damit in räumlicher Nähe vom Romanschauplatz, der Großen Friedländer Wiese, lebte. Zeitweise arbeitete der Autor selbst im Rahmen des Jugendobjektes. 1962 erhielt er für seinen „Egon“ den Kunstpreis der FDJ und den Fritz-Reuter-Preis des Bezirkes Neubrandenburg.

Bei der Aufarbeitung der Geschichte des Literaturzentrums Neubrandenburg, wo sich Wohlgemuths Nachlass befindet, ergab sich, dass der beliebte Schriftsteller mit der Stasi kooperiert hatte. Nach einer Studie der Berliner Germanistin Christiane Baumann leistete er für das MfS als Inoffizieller Mitarbeiter „Paul“ bzw. „Paul Fiedler“ Spitzeldienste.

 

Zur Handlung des Films: Egon (Gunter Schoß) ist mit seinen halbstarken „Boys“ fester Teil des Borkenheider Music-Clubs. Als ihnen der Betreiber des Clubhauses dort das Proben verbietet, reagieren sich Egon und sein Freund Paul am Besucher einer Weihnachtsfeier ab. Wegen Körperverletzung werden beide zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Nach dem Gefängnis will Egon sein altes Leben hinter sich lassen. Er versucht, die Boys zu meiden und beginnt als Hilfsarbeiter auf dem Bau.

Auf einem Abiball lernt Egon Christine (Traudel Kulikowsky) kennen. Sie wird im Freundeskreis das „achte Weltwunder“ genannt, weil es ein Wunder wäre, wenn sie sich einmal verlieben würde. Für sie wandelt sich Egon zum Helden der Arbeit und beide finden nach einigen Irrungen und Wirrungen am Schluss jedoch zueinander.

 

Das FDJ-Lager in Schwichtenberg, das Kulisse für einige Szenen war, entstand 1937. Es wurde durch den damaligen Reichsarbeitsdienst errichtet, zusammen mit einem zweiten Lager in Fleethof und einem dritten Lager in Heinrichswalde. In Schwichtenberg und Fleethof waren ab 1938 insgesamt 200 „Arbeitsmänner“ untergebracht. Das benachbarte Gutshaus von Klockow beherbergte 40 bis 50 „Arbeitsmaiden“. Während die vor allem für Haus- und Feldarbeiten auf bäuerlichen Wirtschaften in Klockow und Schwichtenberg eingesetzt waren, wurden die jungen Männer zu Meliorationsarbeiten sowie zum Straßen- und Wegebau herangezogen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beherbergten die beiden RAD-Lager zeitweise Flüchtlinge.

1958 begann im Rahmen eines Zentralen Jugendobjektes der Freien Deutschen Jugend (FDJ) die Trockenlegung und Nutzbarmachung der Friedländer Große Wiese. Während der vierjährigen Arbeit waren daran 6264 Jugendliche beteiligt.

Im September 2014 wurde das Lager im Rahmen der Herbstauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG (Berlin) versteigert. Bei einem Mindestgebot von 5000 Euro für die 44 Hektar Land mit 16 teilweise unter Denkmalschutz stehenden Baracken und einem Gedenkstein erfolgte der Zuschlag bei 35.500 Euro.

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Tinkos Großvater und die Mädels vom Immenhof

Einzelne Eiche an einem Berg stehend
Die Tinko-Eiche in Groß Plasten. Wegweise zeigen im Dorf den Weg zur ihr.

„Tinko“ ist der Titel eines Jugendbuches von Erwin Strittmatter. Nachdem das Buch 1954 erschienen war, wurde es so schnell populär, dass der Autor bereits ein Jahr später den Nationalpreis der DDR erhielt und man es im Jahr darauf auf die Leinwand brachte. Thematisiert wird die Nachkriegszeit im ländlichen Brandenburg. Am Beispiel des Jungen Tinko schildert die Geschichte die Ereignisse um die Rückkehr eines „Heimkehrers“ und die gesellschaftlichen Konflikte bei der Kollektivierung der Landwirtschaft im Osten Deutschlands.

 

Tinkos Großvater Kraske (Josef Sieber) wehrt sich gegen die Kollektivierung: Mit der Bodenreform kurz nach 1945 ist er zum Bauern aufgestiegen und orientiert sich am Großbauern Kimpel (Paul R. Henkel). Wie er will er irgendwann einen großen Hof haben, den sein geliebter Enkel Tinko (Max Reichhoff) dann übernehmen kann. Tinkos Vater, der Kriegsheimkehrer Ernst (Günther Simon), hingegen, der später bei der Umsiedlerin Clary (Ewa Krasnodebwska) einzieht, ist für die Kollektivierung und so kommt es zum Bruch zwischen Vater und Sohn. Tinko, der zwischen beiden steht, entscheidet sich für seinen Großvater, da sein Vater ihm fremd ist. Erst spät, unter anderem unter dem Einfluss des Neulehrers Kern (Hans-Peter Minetti), erkennt Tinko, dass sein Vater Recht hat. Er baut zu ihm eine Beziehung auf.

Auf dem Krähenberg von Groß Plasten spielt eine der Schlüsselszenen: Tinkos Opa, der alte Bauer Kraske, erntet sein Getreide. Allerdings nicht, wie die zu einer Genossenschaft zusammengeschlossenen Bauern mit einer Maschine, sondern mit Hilfe seines Pferdes. Kraske zerrt und zieht am Zügel, hängt mit seinem ganzen Gewicht am Tier. Das ist der Beanspruchung nicht mehr gewachsen, bricht zusammen und stirbt in Krämpfen. Für Großvater Kraske ist der Tod seines Pferdes der Anfang vom Ende. Ab diesem Zeitpunkt geht es mit ihm und der individuellen Bewirtschaftung in der Landwirtschaft, für die seine Figur im Film stellvertretend steht, endgültig bergab. So umsichtig Tinkos Opa auch weiter allein auf seinem Hof arbeitet, letztlich stirbt er erschöpft vor seiner Zeit.

Neben der Familiengeschichte mit den drei Generationen, die als Analogie für Perioden der deutschen Geschichte steht, wird am Rande des Films auf das Schicksal der Heimatvertriebenen eingegangen, ohne das Thema jedoch hervorzuheben.

Der Darsteller des Großvaters Kraske, Josef Sieber, war zuvor übrigens aus UFA-Filmen sowie bundesdeutschen Heimatfilmen wie „Grün ist die Heide“, „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“ oder „Ferien auf Immenhof“ bekannt, wo er die Rolle des Stallburschen Hein Daddel verkörperte. Er gehörte zu den wenigen bundesdeutschen Schauspielern, die auch in der DDR Rollen bei der DEFA übernahmen. 1962 starb er in Hamburg.

Ins Gedächtnis der älteren Groß Plastener, von denen einige als Kinder sogar als Statisten im Film mitspielen durften, haben sich viele Episoden gegraben, so auch die, dass die Umsiedlerin Clary gar nicht Fahrrad fahren konnte, obwohl sie es im Film musste. Man setzte sie einfach auf ein Rad und ließ es einen Hügel herunterrollen.

Gecastet wurden die einheimischen Mädchen und Jungen übrigens in der Warner Traditionsgaststätte „Heidelbach“, die nach Schäden, die im Zusammenhang mit Straßenbauarbeiten auftraten – das Haus senkte sich –, abgerissen werden musste.

Der Krähenberg von Groß Plasten mit seiner einsam dort stehenden Eiche gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten des Dorfes, das mit einem tollen Schlosshotel punktet. Nach der Premiere des Filmes am 29. März 1957 im Berliner Kino „Babylon“ wurde aus dem Krähenberg der Tinkoberg – auf dem die Tinkoeiche steht. Alles ausgeschildert für die Gäste aus dem Hotel und deren Dorfrundgang.

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