Der Sonne Glut

Seit vier Jahren bietet sich Neubrandenburg als Top-Location für Filmaufnahmen auf einer Datenbank des Landes an. Noch nicht einmal eine Handvoll Dokumentarfilmer fand seither den Weg in die Viertorestadt. Film- und Fernsehproduktionen machten einen Bogen um die historischen Wallanlagen. Trotzdem kann Neubrandenburg auf eine Reihe von Auftritten in beachtenswerten Film- und Fernsehproduktionen verweisen.

Kaufhaus an der Linde Neubrandenburg
Seinen letzten Auftritt hatte das Kaufhaus an der Linde unmittelbar vor dem Treptower Tor bei seinem Abgang als Ruinen-Kulisse im mehrteiligen DDR-Fernsehfilm "Der Sonne Glut".

Neubrandenburg. Nachdem dem 1863 die Jahrhunderte geltende nächtliche Torsperre aufgehoben und die Stadt ein Jahr später an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, wuchs Neubrandenburg über die mittelalterlichen Verteidigungsanlagen hinaus. Analog zu den innerhalb der Stadtmauer ringförmig verlaufenden 1. - 5. Ringstraßen bezeichnete man die außerhalb um die Wallanlage führenden Straßen ursprünglich als 1. bis 5. Wallstraße. Dann schlug der Zeitgeist mit einer ersten Namenänderung zu. Anlässlich eines Besuches des großherzoglichen Paares am 1. Juni 1906 erhielt die 1. Wallstraße den Namen Adolph-Friedrich-Straße, während die zweite nach der Großherzog Elisabeth benennt wurde. Aus der 4. Wallstraße, die vom Treptower bis zum Stargarder Tor reichte, wurde die Straße „An der Linde“. Teile dieses Straßenzuges mussten Ende 1970 im Zuge des Ausbaus der Außenringstraßen zu einer Einbahnstraße komplett weichen. Eine ganze Häuserzeile hatte dem Fortschritt Platz zu machen. Zu den bekanntesten Adressen gehörten das „Kaufhaus an der Linde“ und in der Nr.5 das von Gerd Misock nach dem Krieg in einer ehemaligen Frauenklinik gegründete Hotel mit seiner berühmten „Klingelbar“.  

Für das Fernsehen der DDR bot die sich aufgrund der Straßenbauarbeiten erhebende Neubrandenburger Ruinenlandschaft die ideale Kulisse  für sein mehr als zehnstündiges Filmepos „Der Sonne Glut“, das der Geschichte der am 6. März 1946 gegründeten Freien Deutschen Jugend (FDJ) gewidmet war und zu deren 25. Jahrestag  gesendet wurde. Der am 16. Februar 1971 ausgestrahlte 1. Teil, in dem die meisten Neubrandenburg-Szenen zu sehen waren, trug den Untertitel „Zum Leben angetreten“. Der junge Kommunist Hannes Bork (Frank Obermann) und ein alter Genosse (Raimund Schelcher) kehren, nachdem sie sie Hölle des Konzentrationslagers überlebt haben, in die alte Heimat zurück. Ihre Eltern und Verwandten sind tot. Ihnen bietet sich ein schreckliches Bild. Die Häuser sind zerstört und bilden riesige Berge von Trümmern.  Als dem alten Genossen die Kräfte versagen und er zusammenbricht, stützt ihn der Junge. Die Szene hat Symbolkraft. Junge Menschen sind für den Wiederaufbau gefragt. Sie sollen für eine bessere Zukunft eintreten und dabei die Erfahrungen bewährter Kommunisten nutzen. Hannes Bork wird zum Bevollmächtigten für Ernährungsfragen eingesetzt. Er soll als solcher seine die Bevölkerung einer Heimatstadt mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen. Dabei muss er zusammen mit seinen Kampfgefährten wiederholt abenteuerliche Aktionen bestehen, um die hungernde Stadt in den nächsten Tag zu bringen. Dabei macht Hannes die Bekanntschaft des Landarbeiters Christian Anders (Edwin Marian), der darauf immer wieder an der Seite von Hannes zu sehen sein wird. Von Edwin Marian, bis Ende der 1970er Jahre häufig in propagandistisch angelegten DEFA- und Fernsehfilmen zu sehen, stammt auch das Drehbruch für „Der Sonne Glut“, dessen weitere Teile zwischen dem 18. und 25. Februar 1971 gesendet wurden. Unmittelbar an den letzten Teil schloss sich ein nur einmal gezeigter 25-minütiger Epilog an. Es war ein Rückblick aus dem Jahr 1970 auf die Entwicklung der FDJ und der DDR. Er vermittelte die Bekanntschaft mit den Kindern der „jungen Garde“. Sie sind Angehörige der Nationalen Volksarmee, junge Wissenschaftler und Neuerer und haben sie den Staffelstab ihrer Eltern beim weiteren Aufbau der sozialistischen Gesellschaft übernommen.

Drehbuchautor Edwin Marian gab seinen 1980 ab, als er von einem Gastspiel im Westen nicht zurückkehrte. Das war auch ein Grund, warum 1973 noch einmal wiederholte Verteiler weder zum 3. Noch zum 40. Geburtstag der FDJ wieder ausgestrahlt wurde.

Von „Der Sonne Glut“ gibt es keine DVD.  Das Buch zum Film brachte Edwin Marian 1973 im Verlag Neues Leben heraus. Es ist antiquarisch a 3,99 Euro erhältlich.

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Kommentare: 10
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    Beste Grüße aus Bremen
    Nils Kenyeressy

  • #10

    Karsten Lass (Donnerstag, 02 März 2017 06:07)

    Bei den Dreharbeiten zu dem Film "Der Sonne Glut" war ich als Komparse dabei ! Es hat mir damals sehr viel spass gemacht und ich kann mich noch gut daran erinnern als wäre es gestern ! Übrigens der Filmtitel wurde noch während der Dreharbeiten geändert , er sollte ursprünglich unter dem Titel " Also auch auf Erden" heißen ! Sehr schöne Kindheitserinnerungen !