Krupps uckermärkische Villa Hügel

Gutshaus Biesendahlshof November 2014 von der Parkseite aus gesehen
Schloss Biesendahlshof verfällt-

Gestern war ich auf Spurensuche in der Uckermark. Neben Kröchlendorff, wo sich der eiserne Reichskanzler Fürst von Bismarck öfter aufhielt, wenn er seine Schwester Malwine besuchte, oder Gerswalde, wo man sich seit 1929 um Kinder und Jugendliche mit Problemen kümmert, galt ein Besuch Biesendahlshof im Amt Gartz. Das dortige Schloss, ein wilhelmischer neobarockbau, steht leer und verfällt mehr und mehr. Dabei hat es eine spannende Geschichte.

1938 kaufte es Kanonenkönig Gustav Krupp über die Friedrich Krupp AG als Hochzeisgeschenk für seine Tochter Irmgard und deren Mann Johann Freiherr Raitz von Frentz. Clever, wie der alte Krupp nun einmal war, belastete er das Gut aber mit einer millionenschweren Hypothek, so dass sein Schwiegersohn, dem er zur Beginn der Ehe wenig vertraute, nie die Möglichkeit gehabt hätte, das Gut zu verkaufen.

Heute ging erst einmal eine Mail an das Amt Gartz mit der Bitte um "Amtshilfe". Wem gehört di Imobilie heue? Warum steht sie leer? Welche geschichte hat sie nach 1945 gehat? Vielleicht weiß aber auch meine Lesergemeinde etwas. Ich bin für jeden hinweis dankbar:

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Kommentare: 11
  • #1

    Oliver (Sonntag, 15 März 2015 20:03)

    Hallo,

    ich habe das Gebäude auch mal abgelichtet. Und in den Kommentaren dazu kann man etwas über den Besitzer erfahren!

    Mfg
    Oliver

  • #2

    Helmut Borth (Sonntag, 15 März 2015 20:35)

    Das ist der Link zu den Fotos von Oliver. Vielen Dank dafür: http://olli-f.de/verfallen-in-casekow/

  • #3

    Thomas Preuß (Montag, 16 März 2015 08:22)

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich möchte trotzdem einmal darauf hinweisen, dass dieser wesentlich besser zu lesen wäre, wenn nicht solch viele Rechtschreibfehler gemacht würden.

    Viele Grüße.

  • #4

    Helmut Borth (Montag, 16 März 2015 09:02)

    Gestern erhielt ich eine Mail des in Biesendahl geborenen Hubert Post zum Gutshaus Biesendahl. Seien Informationen vervolständigen das Bild der Geschichte dieser-Krupp-Immobilie."Ich bin in Biesendahlshof geboren und gebe Ihnen einige Hinweise zum Gutsschloss nach 1945.
    "Ich bin in diesem Schloss geboren , da meine Eltern als Flüchtlinge aus Pommern hier bis 1953 lebten. Meine Mutter war bis Anfang 1945 Hausangestellte erst bei der Familie von Dewitz und nach dem Eigentümerwechsel bei der Tochter von Krupp. Zum Schloss gehörte das Gutsverwalterhaus links und eine Gärtnerei mit Gewächshaus und großem Garten mit tollen Äpfeln, Birnen usw. Rechts vom Haus war u. a. eine Bäckerei und andere Wirtschaftsräume, die heute z. T. nicht mehr da sind.
    Das Schloss war im Frühjahr 1945 kurzzeitig der Gefechtsstand des SS-Regiments ,de Ruiter. Nach 1945 wurde es geplündert und es zogen viele Flüchtlinge ein. Im Laufe der Jahre etablierten sich dann im Schloss die Grundschule (1.-3.Klasse), der Konsum, die Dorfgasstätte, das Gemeindebüro und der Festsaal wurde genutzt für alle Feiern und für Kinoveranstaltungen. Das Haus entwickelte sich zum 'Zentrum' des Dorfes. Ende der 60iger Jahre wurde in den Keller des Schlosses eine Duschanlage mit Bademöglichkeit für die Dorfbewohner eingebaut,was damals ein sehr grosser Gewinn war. Im Wintergarten gab es in den 50er Jahren eine Bibliothek mit überwiegend sowjetischer Literatur! In den oberen Räumen blieben bis in die 80er Jahre Wohnungen bestehen.
    Auch ich bin heute noch jedes Jahr in Biesendahlshof und muss leider den Verfall des Hauses feststellen,zumal es einer der wichtigsten Spielplätze meiner Kindheit war.
    Bis in die 60er Jahre war das Haus in einem relativ guten Zustand und es wurde sogar neu eingedeckt und neu geputzt. Die Garten-und Parkanlage war überwiegend erhalten und der Springbrunnen hinter dem Haus war baulich in Ordnung. Vor dem Haus auf dem Platz standen zwei sehr grosse alte Linden."
    Vielleicht haben auch Sie noch Informationen. Wem gehört das Gutshaus heute? Das per E-Mail angefragte Amt Gartz antwortet nicht jedem. Dabei bestht gegenüber Journalisten eine Auskunftpflicht.

  • #5

    Bernd ehlke (Montag, 16 März 2015 21:35)

    Ich habe 1969 bis 1971 im Ort im dortigen kfl meine Lehre gemacht und habe die Gaststätte und den Konsum im schloss genutzt. Zu dem Zeitpunkt waren auch Wohnungen im schloss und den Brunnen gab es auch , ebenso der gute Baumbestand im Park. Den heutigen zustand kenne ich nicht , ist echt schade das solche Gebäude so verkommen.

  • #6

    Peter Schmidt (Montag, 23 November 2015 01:03)

    Das Schloss kenne ich relativ gut aus meiner Kindheit und Jugend.
    An der Südseite ging ich in den Kindergarten. Ich glaube, im Anbau waren die Sanitärräume, in denen wir (wie jeder Westdeutsche weiss) auf Befehl auf dem Topf sitzen mussten. Das war schon sehr sehr schlimm und auch heute staune ich, was das an mir Schlimmes hinterlassen hat. Ich muss nicht ständig zur Toilette laufen. Bei wichtigen Dingen kann ich mir alles einteilen.
    Es war eine schöne Zeit, meine Kindheit.
    Das was ich im Kindergarten erlebte, hat mich wirklich sehr gut auf das Leben vorbereitet, auch wenn es nicht immer schön war. Aber im Leben gibt es Schlimmeres.
    Meine Frau sagt, dass ich eigentlich gar nicht richtig im Kindergarten war, weil ich mittags meistens nach Hause ging. Na gut, was soll ich mich streiten.
    Auf jeden Fall war es fast immer sehr schön, außer manchmal. Einmal hatte irgend ein Kind irgendwelchen Mist gemacht. Die Kindergärtnerin fragte, wer das war. Weil sich niemand meldete, sagte ich als ehrlicher Mensch, dass das der und der war. Es kam mir vor wie inszeniert, damals hätte ich gesagt, extra so eingerichtet.
    Die Kindergärtnerin stimmte ein Lied an. Petze, Petze ging zum Laden, wollt für'n Sechser Käse haben, Sechser Käse gab es nicht, Petze, Petze ärgert sich, ärgert sich die ganze Nacht, hat vor Schreck ins Bett gemacht.
    Das war alles sehr schön und hat mich sehr viel weiter gebracht. Zu anderen Menschen baute ich kein Vertrauensverhältnis mehr auf, war ja vielleicht auch gut so.
    Ich könnte sogar noch den Namen der Kindergärtnerin nennen, mache ihre aber nicht. Vielleicht erinnert sie sich noch daran.
    Das sind so di Schlüssel Erlebnisse, die das Handeln des Menschen bestimmen. Das hat dazu geführt, dass ich jedem erst einmal misstrauisch gegenübertreten. Aber das muss ja nicht schlecht sein. Ich denke, dass mich das vor einigem Ungemach bewahrt hat. Und so muss ich eigentlich für dieses recht unangenehme Erlebnis dankbar sein, weil es mich auf das Leben vorbereitet hat. Die nächsten Lektionen erhielt ich dann in der Schule und bei der Nationalen Volksarmee.

  • #7

    Mary Zocher (Sonntag, 23 Oktober 2016 17:17)

    Ich kenne das schloß auch gut ich bin da geboren ,echt schade das es nicht wider restauriert wird ,den ich habe da sehr schöne zeiten verbracht ,es steht schon so lange leer und ich hoffe das sich jemand findet der sich die mühe macht es wider herzurichten ,ich würde sofort wider da rein ziehen lg Zocher geborene Gadow

  • #8

    Carola gieseler27 (Samstag, 29 Oktober 2016 15:36)

    Hey ich bin carla geb.gadow ich habe da auch gewohnt und wurde da gebohren ich vermisse die zeiten einfach nur ich würde so vort einzihen aber ob es sich noch lohnt ist die frage war ne schöne kind heit

  • #9

    Carsten Zerr (Montag, 26 März 2018 20:27)

    Hallo, bin durch Zufall auf diese Seite hier gestoßen, da ich mich immer wieder mal nach dem Schloss Biesendahlshof im WEB erkundige. Meine Mutter wurde 1938 in dem Wirtschaftsgebäude geboren und meine Großeltern lebten bis ca. 1980 über der Kneipe im Schloß. Meine Geschwister und ich haben tolle Ferien dort verbracht. Meine Eltern haben 1957 im Gesellschaftsraum des Schlosses geheiratet. Gibt sogar noch Bildmaterial. Neulich hab ich erfahren, dass das Schloss zum Seniorenheim umgebaut werden soll
    http://www.biesendahlshof.eu/zum-objekt.
    Bin jedenfalls gespannt, wie es nun weitergeht.

  • #10

    Kurt Haas (Freitag, 04 Mai 2018)

    Am 1. Mai 2018 war ich mit meinen Enkelkindern in Biesendahlshof, um ihnen zu zeigen wo ich zur Schule gegangen bin. Das letzte Mal war ich vor 18 Jahren dort und war über den drohenden Verfall des Schlosses sehr enttäuscht. Nun habe ich mit großer gesehen, das das Schloss wieder wunderschön aussieht. Man ist noch bei der Restauration, aber die Außenansicht ist schon fertig.
    Ich bin mit meiner Familie ( Mutter, Vater, Großvater, Großmutter und meinen 2 Brüdern) im Jahre 1947 aus Iglau in Böhmen (heute Jihlava in Tschechien)vertrieben worden. Unser Reichtum bestand nur aus den Sachen, die wir am Körper hatten und die Sachen die meine Eltern tragen konnten. Unsere ,, Wohnung" waren 2 Räume und eine Kammer in einer Flüchtlingsbaracke. In dieser Baracke lebten etwa 7 Familien. Wasser wurde von der Dorfpumpe geholt. Mein Vater arbeitete auf dem Kornspeicher. Den Speicher, die Baracke, die Pumpe gibt es schon lange nicht mehr. Schulunterricht hatte ich im Saal des Schlosses. Dort habe ich meine erste Ohrfeige in meinem Leben bekommen. Meine Lehrerin, Fräulein von Falkenstein war der Meinung, dass ich
    den Unterricht störte. Was aber nicht stimmte. Da stand ich neben der Schulbank und sie kam schimpfend auf mich zu. Da hatte ich gesagt: ,,Ich habe doch nichts gemacht Mensch" Da hatte ich eine kräftige Ohrfeige mit den Worten bekommen ,,Das ich ein Mensch bin brauchst du Rotznase mir nicht sagen.
    Ich finde, dass sich das Dorf gut entwickelt hat und ich würde mir mal ein Seniorentreffen wünschen.

  • #11

    Zocher mary (Mittwoch, 15 August 2018 20:30)

    Kurt Hass ich danke ihnen für die schöne Nachricht ���